0 0 Mittwoch, 26. November 2014 17:35 Footprint-Rechner fragt
Q Ich bin etwas über den grauen Fußabdruck erstaunt. Dieser wird einfach solidarisch auf alle gleich aufgeteilt. So weit, so gut. Über seine Zusammensetzung bin ich mir allerdings nicht ganz im Klaren. Meinem Verständnis nach, müsste da allgemeine Infrastruktur wie Straßen und Flugplätze hineinfallen. Andere Dinge, die da hineinfallen, kommen mir spontan nicht wirklich in den Sinn. Wie auch immer, was spricht eigentlich dagegen, diesen grauen Fußabdruck im Verhältnis zum restlichen Fußabdruck anzurechnen? Sprich, wer bei Wohnen, Ernährung, Mobilität und Konsum unter dem Durchschnitt liegt, nimmt höchstwahrscheinlich auch weniger allgemeine Infrastruktur in Anspruch und sollte deswegen auch einen unterdurchschnittlichen Teil des grauen Fußabdrucks angerechnet bekommen. Und wer über dem Durchschnitt liegt, sollte einen größeren Anteil angerechnet bekommen. Zumindest nach meiner Logik würde das Sinn machen. Meiner Meinung nach hätte das auch für die Bedeutung der Zahl positive Folgen. So wie es jetzt ist, ist es praktisch unmöglich, in Österreich auf eine Zahl von unter einem Planeten zu kommen. Egal wie bescheiden man lebt. Das wirkt desillusionierend. Außerdem wirken sich weitere "Einsparungen" ab einem gewissen Zeitpunkt so gut wie überhaupt nicht mehr aus. Mich würde nun interessieren, ob aus wissenschaftlicher Sicht irgendetwas gegen eine solche Aufteilung spricht oder ob es andere Gründe gibt, die dagegen sprechen. G.H.
A

Unter Grauem Footprint verstehen wir den Anteil des Footprints, der nicht dem individuellen Footprint zugeordnet wird (oder werden sollte).

(Eine quantitative Zuordnung von Footprint zu den Aspekten des Grauen Anteils ist bei gegebener Datenlage wissenschaftlich (noch) nicht leistbar)

Zu ihrer gutgemeinten Idee:

Nach Ihrem Vorschlag müssten wir die Spitäler den Kranken anrechnen,  die Schulen den Jungen, die Senioren-Heime nur den Alten, die Bahntunnels den BahnnutzerInnen, die Feuerwehr nur den Abgebrannten ….und das Militär nur den Bundesheer-Befürwortern.

Das ergäbe natürlich keinen Sinn!

Entsprechend  den Grundsätzen eines modernen „Gesellschaftsvertrages“ gibt es gemeinsame Aufgaben, die zurecht gemeinsam getragen werden. Auch die damit verbundenen Umweltbelastungen werden somit gleich auf alle verteilt.

Selbst wenn sie selbst nie Bahn fahren - oder kein Auto haben-,  die Waren die sie kaufen, nutzen diese Infrastruktur, - genau wie die Feuerwehr und das Rettungsauto….

(Bei Flug wäre es schon legitimer, den Flughafen nur den Flugpassagieren umzuhängen. Aber gerade der Flug-Footprint ist sehr vom Treibstoff determiniert und die Infrastruktur schlägt nur mit ganz wenigen Prozent zu Buche, also kaum abbildbar)
 

A

Noch eine Bemerkung zu ihrer Frustration, die erwünschten 1,7 gha nicht erreichen zu können.

Dies ist ein Hinweis darauf, dass es nicht allein -  als „Klima-Mönch“ - sondern nur gemeinsam, als Kollektiv möglich sein wird, eine Geselllschaft  zukunftsfähig zu gestalten - ein Apell auch an gemeinsames politisches Handeln. 

Denn auch wenn wir als Individuen scheinbar keinen Einfluss darauf haben, wie viele zusätzliche Autobahnkilometer wir errichten, - oder ob unserer Abgeordneten mit dem Flugzeug oder der Bahn nach Brüssel reisen - so könnten wir als demokratische Gesellschaft selbstverständlich entscheiden, weniger Autobahnen zu bauen, das Bundesheer zu verkleinern, in den Spitälern nur Ökostrom zu verwenden oder die amtliche Vielfliegerei einzudämmen. 

Wir müssen nur aktiv werden.