0 0 Mittwoch, 26. November 2014 17:34 Footprint-Rechner fragt
Q Frage zum Footprint-Rechner: Hallo ich werde nächstes Jahr mit meiner Familie eine Langstreckenflug machen, würde aber gerne eine CO2-Ausgleichszahlung durchführen. Kennen sie da eine gute, vertrauenswürdige Stelle/Organisation/Website?
A

Meiner Meinung nach - und nicht nur dieser  - ist die beste Möglichkeit ist bei atmosfair.de  gegeben.

 

Dort gibt es die realistischste Berechnungsmethode (mit RFI Faktor) und sinnvolle Projekte, die mit dem Geld unterstützt werden.  

 

ABER:   Ob dies gut genug ist, müssen sie selbst entscheiden.

 

Denn:  das Hauptproblem sind immer die unrealistisch niedrigen Kompensationskosten.

 

Eine Tonne CO2 kann man heute im ETS um < 7 €  kompensieren

Das wird zu recht als lächerlich kritisiert.  Andere berechnen ihnen 25 - 30€ pro Tonne. 

Die wahren Kosten sind allerdings um vieles höher. Der Stern Report - und auch meine  eigenen Abschätzungen - zeigen, dass etwa 300 Euro pro Tonne zielführend wären.

 

Damit sind auch die 50 Euro „Aufzahlung“ für einen Transatlantikflug  Wien-New York (6800km) bei atmosfair  eigentlich auch nur als „Ablasshandel“ zu bezeichnen.

 

Allein die vorenthaltene Mineralölsteuer für die anteiligen etwa 350 Liter Treibstoff wäre deutlich mehr! (Kerosin ist absurder Weise der einzige steuerfreie fossile Treibstoff!) 

Die mit diesen einen Flug verbundene Klima-Schädigungen entsprechen etwa  1700kg CO2-Ausstoss.  Sie sind noch deutlich größer als ein Verbrennen dieser 350 Liter am Boden (z.B. im Auto) bewirken würden.

 

Wie unfair dieser Ablasshandel global betrachtet ist, darüber gibt  folgendes Verhältnis zu denken: Nur 8% aller heute lebenden Menschen haben jemals ein Flugzeug von innen gesehen, verursachen aber ein Problem für 100% der Menschheit … 

 

A

Auf der positiven Seite:
Sie haben darüber nachgedacht und sind bemüht, ihre Schadwirkung so gering wie möglich halten. Das ist ein wichtiger Anfang. Danke dafür!

Dazu kommt, dass Kompensationszahlungen bei atmosfair durchaus sinnvolle  Projekte finanzieren, vor allem im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.  So gesehen,  viel besser als nichts.

 

Aber - reicht es?

Mein Lösungsvorschlag: :

Nach meiner Philosophie sind „Kompensationszahlungen“, die nicht tatsächlich zur vollen Kompensation der Klimaschäden führe, nur dann ein  sinnvolles Instrument,  wenn die zusätzlichen finanziellen Kosten in zumindest 50% der Fälle zu einem Vermeiden des Fluges an Stelle einer Kompensation führen.

Sie können also selbst abschätzen, wieviel das sein müsste, jedenfalls viel mehr als heute üblich….

Freilich gibt es noch eine zusätzliche Möglichkeit:  Sie kompensieren tatsächlich, bei sich selbst, an anderer Stelle.

So etwa entspricht ein Flug Wien - New York etwa

10.000 km mit einem modernen Mittelklasse Auto (kann bei Mobilitätsveränderung in etwa 2 Jahren eingespart werden)

oder etwa 50 kg durchschnittliches Rindfleisch  (kann von Vegetarier in etwa  2 Jahren eingespart werden)

Freilich müssen sie auch wieder zurück aus New York, was die Sache schwieriger macht, aber auch wenn sie nur die Hälfte TATSÄCHLICH kompensieren, wäre  das schon viel mehr, als jede Kompensationszahlung bewirken kann.