0 0 Mittwoch, 26. November 2014 17:37 Footprint-Rechner fragt
Q Zum Fußabdruck-Rechner: Wertes Mein-Foodprintteam, bei der Recherche für einen Artikel auf www.nachhaltigleben.ch, das auch österreichische Leser hat habe ich Ihren Rechner durchgespielt. Was mir fehlt: Wo ist der (ökologische) Selbstanbau von Lebensmitteln, der nahezu fussabdruckfrei ist? J.R.
A

Auch ich selbst bin großer Fan von Selbstangebauten, von Kräuter über Strauchobst bis Gemüse gibt es bei uns viel selbstgezogenes. Ich unterstütze auch „urban gardening“ Initiativen und CSA.
ABER, all das gesagt, muss ich sie in einer Hinsicht enttäuschen. Der Ökologische Fußabdruck, der damit eingespart werden kann, ist unmessbar gering.

A

Zur Erklärung:
1) haben Kräuter, Gemüse und Obst ohnehin einen kleinen Footprint, der kaum zu Buche schlägt.  Ergo kann auch nicht viel gespart werden.
2) der oft vermutete Anteil an eingesparter Energie (Transport, Verarbeitung)  hält sich ebenfalls in Grenzen. Am durchschnittlichen Lebensmittel sind nur wenige Prozent  transportbedingt, und davon das meiste der „letzte Kilometer“.  Und auch die „Verarbeitung“ ist in der Regel unter 20%  )
3) wo Transport tatsächlich eine Rolle spielt (eingeflogene Erdbeeren aus Südafrika im Winter) kann auch das eigene Erdbeer-Beet am Balkon nicht helfen, weil im Winter eben nichts wächst.
Über‘s Jahr  betrachtet ist der mögliche Eigenanteil an „fast footprint-loser“ Ernährung vom  Balkon sehr bescheiden.  (Wir sind dabei, ein Projekt einzureichen, dass diesen Anteil wissenschaftlich quantifizieren soll.) Jede belegte  Info  ist willkommen.
Eigenversorgung im größeren Maßstab, also mit Kartoffelfeldchen und eigener Ziege und Käserei, ist gar nicht footprint-los, meist sogar ineffizienter  als im großen Maßstab (siehe „ecology of scale“)
Damit will ich ihre Anliegen keineswegs klein machen!  Im Gegenteil - weiter so!
Ihr blog ist gut gemacht und sehr anregend, Topfgärtnerei ist jederzeit zu empfehlen. Wenn’s schon nicht viel einspart, verursacht es auch nicht viel. (Außer man kauft Torferde im Baumarkt !)
Aus meiner Sicht das wohl wertvollste: Gärtnern für Essbares stellt wieder die Beziehung der Menschen zu ihrer Nahrung her.